Gnottschie und Zuckini

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5 Antworten

  1. Herr Rau sagt:

    Zu penibel gibt’s gar nicht. Der Velar inmitten von Zucchini ist tatsächlich sehr häufig. Ich würde den Schülern die Aussprache lassen, ihnen die Alternative präsentieren und 4. erklären, dass die Aussprache etwas über sie verrät. Was genau das ist, ist etwas schwieriger. Ein sozialer Marker ist das nur begrenzt, denke ich, ein bildungsspezifischer schon eher, sicher ein gruppenspezifischer. Ob man die Gruppe jetzt Snobs nennt oder Küchennerds… von Robert Gernhard gibt es irgendeinen Text, der sich darüber lustig machen, wie groß in linksintellektuellen Kreisen der Fauxpas ist, wenn man Potemkin (Dorf & Panzerkreuzer) falsch ausspricht.

    In bestimmten Kreisen und von bestimmten Menschen wird man ob der Zucchini-Aussprache belächelt. Das sollten die Schüler wissen. Dann können Sie entscheiden, ob ihnen das etwas ausmacht oder nicht. Ich bin selbst ein Belächler… aber wirklich wichtig ist das nicht. Ich erkläre den Schülern dann gerne, dass es keine Mischehen zwischen Zukkini- und Zuchini-Sagern gibt, und dass sie sich überlegen müssen, wo sie nach zukünftigen Partnern suchen wollen.

  2. Erbsenzähler sagt:

    Gnotschi? So wie Schtratzjatella und Spadschetti? 😉 Wobei ich die drei schlimmer finde als Zucchini mit Frikativ, ob palatal, velar oder uvular.

    Aber im Ernst, auch Gebildete leisten sich spelling pronunciations. Jeder spricht beispielsweise Joghurt mit g aus, oder? Allerdings stammt es auch aus keiner prestigevollen Bildungssprache wie Italienisch, Griechisch oder Latein.

  3. Diedrich sagt:

    Bei Joghurt sehe ich kein Problem, gerade weil die gesamte deutsche Sprachgruppe dieses Wort auf ein und dieselbe Weise ausspricht und jedes Land dies auch ohne Weiteres macht und auch machen darf (z.B. frz: yaourt).
    Am auffälligsten finde ich die Unterschiede im Umgang mit Sprache bei Städte- und Ländernamen. Der Engländer/Amerikaner/Franzose sagt „Munich“, und zwar jeder, nicht nur die (Un-)Gebildeten, aber keiner von uns Deutschen sagt „Neu York“ oder „Sankt Franziskus“. Wir können sogar „Marseille“ oder „Salisbury“ einigermaßen korrekt aussprechen.
    Der „Zucchini-Fall“ betrifft den gastronomischen Bereich typischer Gastarbeiterländer. Das soll diese überhaupt nicht abwerten. Es zeigt vielmehr, dass es weder gelungen ist, die korrekte Aussprache zu übernehmen, noch eine der eigenen Sprache angemesse Form auszubilden. In den allermeisten Fällen versucht man eigentlich eine größtmögliche klangliche Annäherung (Paella, Gyros, Döner, usw.)
    Das Verrückte an Zucchini: Es gibt im Deutschen die Verbindung „-cchi-“ überhaupt nicht und der Italiener spricht es „-k-„. Warum sollten wir nun den Laut aus dem Wort „ach“ verwenden? Bei Billard und Boccia macht man ja auch nicht solch einen Unfug.

  4. monika sagt:

    nur ein kurzer kommentar: gnocchi wird mit nj im anfangslaut gesprochen – wie lasagne ;).

  5. Diedrich sagt:

    Ja, ich weiß. Aber die Schüler nicht 😀

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